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Was gibt es Neues?
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2009-03-03: MOBILE TIMES Weekly 0338
Sunrise jubelt ein halbes Jahr nach dem kommerziellen Start der Entbündelung über 46 000 entbündelte Anschlüsse. Was viel klingt, ist im Vergleich zu den von Swisscom angegebenen rund zwei Millionen entbündelungsfähigen Anschlüssen allerdings eher wenig. Dabei muss man aber bedenken, dass Sunrise damit mehr als 300 Anschlüsse pro Arbeitstag entbündelt hat. Viel Arbeit für die Techniker von Sunrise und Swisscom, aber bei diesem Tempo würde es zehn Jahre dauern, eine Million Anschlüsse zu entbündeln - wenn die Kunden das überhaupt wollen. Dabei hat Sunrise alleine bereits einen dreistelligen Millionenbereich investiert und so 185 Ortszentralen entbündelt. Bis Ende Jahr sollen über 300 weitere folgen.
    Die gerade laufende CeBIT ist ein Spiegel der Wirtschaftslage: Nach mehr als 5.800 Ausstellern 2008 sind es heuer nur rund 4300 Unternehmen, die sich auf der CeBIT präsentieren. Aber auch für die World Telecom der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), die im Herbst in Genf über die Bühne gehen soll, sieht es noch nicht besonders gut aus: Laut Sanjay Acharya, dem Pressesprecher der ITU, hat man bis jetzt erst etwa ein Drittel der Anmeldungen, die man zu diesem Zeitpunkt erwartet hätte. Andererseits sagen neue Statistiken, dass nach wie vor Messen der beste Platz zum Anbahnen neuer Geschäfte sind. Aber wenn niemand neue Geschäfte anbahnen will, weil er die Finanzierung dafür von den Banken nicht bekommt, wird er wohl auch keine Messe besuchen.
    Die meisten Jahresabschlussmeldungen der Unternehmen waren eher traurig. Lediglich Apple sticht mit dem besten Geschäftsjahr der Firmengeschichte deutlich hervor. Ebenfalls Grund zum Jubeln hatten LG Electronic und Lenovo. Sonst aber häufen sich die Negativmeldungen. Manche Beobachter bezweifeln inzwischen, dass es sich hier um eine «normale» Wirtschaftskrise handeln und sprechen schon von einer «Zeitenwende» nach der nichts mehr so ist, wie es vorher war.
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2009-02-25: MOBILE TIMES Weekly 0337
Die lange erwartete Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes liegt vor und bestätigt die Auffassung der Eidgenössischen Kommunikationskommission und der Wettbewerbskommission, dass Swisscom den schnellen Bitstrom-Zugang zu regulierten Bedingungen anbieten müsse. Swisscom akzeptierte zwar das richterliche Verdikt, wies aber gleich darauf hin, dass dazu umfangreiche technische und vertragliche Vorarbeiten nötig wären. Entsprechende Vertragswerke könne man den alternativen Fernmeldeanbietern innert drei bis vier Monaten zustellen und sodann den regulierte Bitstromzugang im November 2009 realisieren. Verblüffend allerdings ein Hinweis der Swisscom in diesem Zusammenhang: Rund zwei Millionen Anschlüsse sind bereits entbündelungsfähig, aber bisher sind nur etwas über 40'000 Anschlüsse schweizweit komplett entbündelt.
    In Barcelona ist beim Mobile World Congress (MWC) der erwartete Boom an Android-Handys ausgeblieben. HTC liefert nun allerdings auch für Vodafone ein exklusives Android-Modell, womit die Briten nach den Deutschen von T-Mobile die zweiten sind, die ein Google-Handy im Angebot haben. Das weltweit dritte Google-Handy hat Huawei vorgestellt und damit ist der Google/Android-Hype für diesen MWC auch schon wieder vorbei. Auch die Hoffnung, dass Android zu einer einheitlichen Linux-Plattform für Handys führen werde, hat sich in Barcelona nicht erfüllt. Ganz im Gegenteil: Die wieder zu neuem Leben erwachte LiMo Foundation konnte ebenfalls auf zwei neue Handy verweisen, die in diesem Fall von NEC und Panasonic stammen.
    Für Windows Mobile war das Angebot das schon etwas grösser, denn abgesehen von zwei neuen HTC-Modellen gab es auch neue Windows Mobile Smartphones von LG und Samsung. Dazu kamen Ergänzungen für das Xperia von Sony Ericsson usw.
    Die eigentliche Überraschung bei den Smartphones war aber die Fülle an Symbian-Modellen, wo doch das neue einheitliche System der Symbian Foundation noch gar nicht vorliegt. Neben Nokia, das eine ganze Palette an neuen S60-Modellen vorstellte, kamen auch LG und Samsung mit neuen Modellen und Sony Ericsson brachte für das künftige Symbian OS eine hoch interessante Designstudie.
    Generell scheint die Hoffnung der Branche wieder einmal auf einem Angebot zu liegen, dass ein Unternehmen erfolgreich vorexerziert hat: Der Online Store. Nachdem Apple ganz offensichtlich mit dem App Store erfolgreich war, ziehen nun bald alle anderen nach. Nokia hat den Ovi Store, Microsoft eröffnete einen, Android hat schon den Android Market wie auch Samsung einen Application Store hat. Die Netzbetreiber schliessen entweder Bündnisse mit einem dieser virtuellen Läden oder denken über einen eigenen nach.
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2009-02-18: MOBILE TIMES Weekly 0336
Das Thema Glasfaser wird uns wohl noch eine Weile verfolgen. Energie Wasser Bern setzt ebenso auf das «openaxs»-Modell wie die Stadt Sankt Gallen, die jetzt von ihren Bürgern die nötigen Mittel bewilligt erhielt. Basel hingegen scheint an der Kooperation mit Swisscom festhalten zu wollen. Welches Modell schlussendlich siegt, ist ziemlich offen, denn im nachbarlichen Österreich hat die Stadt Wien, die bisher im Rahmen eines offenen Modells an die 500 km Glasfaser verlegt hat, kürzlich 76 % des dafür geschaffenen Tochterunternehmens an den Ex-Monopolisten Telekom abgegeben.
    In Basel-Stadt denkt man daran durch mehr aber weniger strahlende Mobilfunkantennen, die Gesamtbelastung durch die nichtionisierenden Strahlen zu verringern. Die Mobilfunker sollen durch sanften Druck dazu gebracht werden, dem Modell zuzustimmen. Der sanfte Druck soll durch nach Sendeleistung abgestufte Allmendbenutzungsgebühren und Dach-Mietpreise erzeugt werden.
    In der Romandie testen Universitätsspitäler in Genf und Lausanne «Green GSM» als Ersatz für die bisher genutzten Pieper. Die genutzten GSM-Systeme sollen deutlich weniger strahlen und das Personal ist über GSM-Endgeräte unmittelbar erreichbar, während über Pieper immer gehofft werden muss, das der Gerufene ein Telefon in der Nähe hat.
    Der Mobile World Congress bringt heuer nicht die übliche Begeisterung für neue Produkte. Es gibt zwar jede Menge davon, aber einen echten Neuheitenregen gibt es nicht. Die Hoffnung der meisten Hersteller richtet sich auf die Smartphones, die im letzten Jahr als Segment recht gut abgeschnitten haben. Ob allerdings jeder Handybesitzer wirklich einen kompletten Computer in der Tasche haben will, ist eher fraglich. Ein Nebenbereich, der bisher von kaum einem Analyseunternehmen - Ausnahme ist Berg Insight aus Schweden - intensiv studiert wurde, scheint plötzlich für die Anbieter interessant: M2M, die Mensch-Maschine-Kommunikation. Ob allerdings die doch meist staatlichen grossen Versorgungsunternehmen gerade in Zeiten drohender Arbeitslosigkeit ihre Zählerableser durch Maschinen ersetzen sollen?
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2009-02-11: MOBILE TIMES Weekly 0335
Das Glasfaser-Spiel geht weiter und noch ist kein Ende abzusehen. Dafür darf sich das Schweizer Fernsehen über Sony Ericsson als Hauptsponsor für MusicStar freuen und Auslandsschweizer bekommen vielleicht bald von ihren Heimatkantonen die Möglichkeit an Volksabstimmungen und Wahlen teilzunehmen. Vote électronique soll es möglich machen. Dass die Universitätsspitäler in Genf und Lausanne ihre interne Kommunikationsstruktur durch GSM ersetzen, sollte manchen Ärzten, die gegen GSM wegen einer behaupteten Gesundheitsgefährdung auftreten, Stoff zum Nachdenken geben.
    Nach Dell findet sich jetzt auch Acer in der Gerüchteküche, die vor dem Kongress in Barcelona brodelt. Während man bei Dell ein Smartphone mit Touchscreen und Windows Mobile - aber vielleicht auch Goggle Android - vermutet, sind die Details bei Acer noch vager: Es soll ein Smartphone werden. Auch Huawei sagt man Interesse an einem neuen Smartphone nach, das in diesem Fall mit Android ausgestattet sein soll. Schliesslich soll Nokia etwa planen, das es schon bei Psion - das ist die Ur-Firma von der Symbian eigentlich stammt - bereits gab: Ein Netbook. Ein wenig werden wir ja noch warten müssen, aber dann...
    In der Zwischenzeit setzt sich die Abwärtsspirale der Wirtschaft weiter fort. Wie befürchtet, hat Motorola eine tiefrote Bilanz gelegt und wird den geplanten Personalabbau noch deutlich ausweiten. Qimonda hat ein Werk in den USA geschlossen und selbst die Spiele-Industrie kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass die Leute auch in Notzeiten noch spielen: Electronic Arts hat ein extrem schlechtes Ergebnis geliefert, obgleich Electronic Arts mit den FIFA-Spielen, den SIMs, Trivial Pursuit etc. über ein erfolgreiches Portfolio verfügt. Da wird es die Strategen in der kalifornischen Redwood City kaum trösten, dass auch eine andere Spiel-Ikone pleite ist: Letzte Woche musste mit Märklin, die grosse deutsche Modellbahnmarke Konkurs anmelden.
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2009-02-03: MOBILE TIMES Weekly 0334
In Basel wird ein Streit zwischen den einen alternativen Anbieter wie Orange und Sunrise oder EWZ mit den anderen alternativen Anbietern wie Cablecom, IW Basel und EW Bern offensichtlich. Während Orange und Sunrise Gespräche über den gemeinsamen Aufbau und Nutzung eines flächendeckenden städtischen Glasfasernetzes boykottierten, nahmen die anderen daran teil. Hintergrund ist der Streit um Ein- oder Mehrfasermodelle. Während beim Einfasermodell jeder Betreiber Zugriff auf diese hat, muss beim Mehrfasermodell jeder Betreiber seine eigenen Fasern in eine bestehende Trasse einziehen.
    Dass es dem Mobilfunk in der Schweiz wirtschaftlich noch recht gut zu gehen scheint, dokumentieren zwei Meldungen: Sunrise plant die Schaffung von 100 Arbeitsplätzen, vor allem im Bereich der Sunrise centers und beschleunigt den Ausbau auf der letzten Meile. Die für 2010 geplanten Investitionen werden bereits 2009 erfolgen. Dies führe zu einer Verdopplung des Auftragsvolumens im laufenden Jahr. Die Aufträge fallen vor allem bei KMU Betrieben an, die als Zulieferer auftreten. Sony Ericsson wieder ist neuer Hauptsponsor der vierten Staffel von MusicStar, die am letzten Sonntag auf SF 1 startet. Mit diesem Engagement will das Unternehmen natürlich seine Stärke im Bereich Musikhandys unterstreichen und die Musik- und Multimediadienste PlayNow arena und PlayNow plus einer breiten Zielgruppe bekannt machen.
    Die ersten neuen Handys des neuen Jahres wurden jetzt vorgestellt. Da es ja keine grosse Einkaufssaison gibt, kann das nur bedeuten, dass der Mobile World Congress in Barcelona vor der Tür steht. Das heisst, dass es in den nächsten Wochen eine Fülle von Neuigkeiten geben wird.
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2009-01-25: MOBILE TIMES Weekly 0333
Die Krise beginnt voll zuzuschlagen: Konnte man die Pleite von UIQ in Schweden noch als Folge der Umwälzungen im Symbian-Lager erklären, so ist weder die Pleite von Nortel - immerhin einer der grössten Netzwerkausrüster - noch die von Qimonda - letztere trotz kräftiger öffentlicher Unterstützung aus Deutschland und Portugal - einfach wegzudiskutieren. Bekämpft wird die Krise durch Unmengen an Geld, die eigentlich durch nichts gedeckt sind. Das heisst, die Krise, die ihre Ursache in einer zu grossen Geldmenge hatte, versucht man durch Vermehrung eben dieser Geldmenge zu bekämpfen. Die gängigen Wirtschaftstheorien, die mehrheitlich dem Wachstum verpflichtet sind, helfen da auch wenig, denn sie gehen fast immer davon aus, dass die jeweils nötigen Rohstoffe praktisch unbeschränkt vorhanden sind und lediglich ein Verteilungsproblem besteht, das es zu lösen gilt.
    Im Internet tummelt sich immer mehr bösartiges Getier, das gefährlicher als je zuvor ist und auch die Spezialisten der Virenbekämpfung vor teilweise unlösbare Probleme stellt. Manche Probleme, die dann entstehen, sind zwar hausgemacht, wie etwa die Verseuchung von Computern in Kärntner Spitälern, wo nach Medienberichten die aktuellen Patches noch nicht installiert waren - aber wir sollten uns doch darauf einstellen, dass es möglicher Weise in absehbarer Zeit heisst «rien ne va plus» - nicht geht mehr. Und das gilt für die Wirtschaft ebenso wie für die Elektronik.
    Die aktuelle Situation bringt aber auch Möglichkeiten. So konnte etwa die auf technologische Alarmierungssysteme spezialisierte Swissphone Telecom AG per 1. Januar 2009 eine eigene Tochterfirma in Denver, Colorado, gründen. Auch die Gerüchteküche findet neue Nahrung: Orange Schweiz soll demnach an einer Übernahme von Sunrise interessiert sein, was Didier Lombardi, Chef der Muttergesellschaft France Telecom, nicht kommentieren wollte, obgleich er kurz davor gemeint hatte, dass des für die Franzosen im derzeitigen Wirtschaftsklima unmöglich sei, irgendwelche grössere Übernahmen zu finanzieren.
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2009-01-13: MOBILE TIMES Weekly 0332
Willkommen in einem Neuen Jahr, das nach Ansicht vieler Menschen zu einem sehr schweren Jahr wird. Bedenkt man aber, dass die Milliardenpakete zur Rettung der Banken, die Staaten weltweit jetzt auf die Beine stellen, in der Zukunft vom kleinen Steuerzahler finanziert werden müssen, kommen wohl noch härtere Zeiten auf uns zu. Zusätzliche Einnahmequellen der Staaten, die diese Belastung verringern könnten, scheinen auszutrocknen. Eine 3G-Lizenz in Indien scheint derzeit um knapp 650 Millionen Euro zu bekommen zu sein. Wenn man bedenkt, wie viele Milliarden noch vor wenigen Jahren eine Lizenz in europäischen Ländern gekostet hat, könnte man mit diesen Beträgen die Banken recht bequem finanzieren.
    Dennoch versuchen einige Regierungen mit Lizenzverkäufen gerade jetzt zu Geld zu kommen. Wenn sich die Situation beruhigt hat, wird man ihnen vorwerfen, Volksvermögen verschleudert zu haben.
    Insgesamt scheint es aber der Mobilfunkbranche noch wesentlich besser zu gehen, als der Automobilindustrie, denn immerhin kann sich Swisscom Erhöhungen der Löhne ab Anfang 2009 um 3,2 Prozent leisten. Dass der generelle Anteil der Erhöhung nur 3,0 Prozent beträgt, liegt wohl daran, dass Löhne, die deutlich über dem Markt liegen, ausgenommen sind. Auch der Wettlauf um die Glasfaser in den Schweizer Städten zeigt, dass die Telekombranche nach wie vor über Mittel für Investitionen verfügt. Konkurrenten sind hier die Energieversorger, die offensichtlich ebenfalls genug Geld in der Tasche haben, um ganze Quartiere zu vernetzen. Parallel zum Ausbau der «Daten-Highways» beginnen die Preise zu purzeln. Das heisst, die Preise bleiben eher gleich, dafür wird die Datenmenge zum gleichen Preis grösser. Wenn erst die neuen Datenautobahnen fertig sind, wird sich der Trend wohl beschleunigen. Was für den Kunden durchaus erfreulich ist, scheint aus wirtschaftlicher Sicht irgendwie seltsam: Millionen werden vergraben, um mehr Leistung zum gleichen Preis bieten zu können.
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2009-01-05: MOBILE TIMES Weekly 0331
Das alte Jahr endet, wie es begonnen hat: Swisscom ist überzeugt, dass im Breitbandmarkt der Wettbewerb spielt und der Mitbewerb - insbesondere Sunrise - ist der gegenteiligen Meinung. Seit November ist nun ein Verfügungsentwurf der Wettbewerbskommission hängig, in dem das Sekretariat der WEKO den Antrag auf Verfügung einer Sanktion wegen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung der Swisscom bei ADSL-Diensten gestellt hat. Swisscom, zur Stellungnahme aufgefordert, will den Verfügungsentwurf prüfen, zeigt sich aber über Inhalt und Zeitpunkt des Antrags befremdet. Derzeit laufe ein Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht, in dem das Gericht die Frage einer allfälligen Marktbeherrschung beurteilen wird. Bei der Ex-Monopolistin scheint man ziemlich siegessicher und kündigt an, vorerst keine Rückstellungen für die von der WEKO vorgeschlagenen Sanktionen von 237 Millionen Franken zu bilden.
    Konkurrentin Sunrise begrüsst natürlich den Verfügungsentwurf der WEKO: «Dieser Entscheid ist ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Wettbewerb. Er belegt, dass die staatliche Swisscom die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht einhält, wenn es um den Wiederverkauf des Massenprodukts ADSL geht».
    Die endgültige Entscheidung wird aber erst vor Gericht erfolgen, also steht wohl ein langer Marsch durch die Instanzen bevor.
    Eine interessante Initiative kommt vom Zürcher Nationalrat Fillipo Leutenegger (FDP): Man solle doch die europaweit anerkannte Notrufnummer 112 in der Schweiz stärker kommunizieren und wohl weniger die nationale 117. Gründe dafür gebe es mehrere. So kann man mit einem Handy die 112 immer anrufen, wenn irgendein Mobilfunknetz erreichbar ist und zwar unabhängig davon, ob man eine gültige SIM im Gerät hat oder nicht. Mit der nationalen Notfallnummer 117 ist dies nicht möglich. Leutenegger findet, dass es in diesem Punkt sinnvoll seie, mit Europa gleichzuziehen. Im Ausland hätten Schweizer im Notfall ein zusätzliches Problem, weil sie reflexartig die 117 wählen, mit der man aber im Ausland nicht weiter kommt.
    Weltweit sind die Propheten, die in den letzten Jahren gegen Jahresschluss immer genau gewusst haben, was im jeweils nächsten Jahr passieren wird, im Bezug auf 2009 auffällig still. Lediglich die Chartisten, deren Regeln ähnlich wie bei ernsthaften Astrologen auf langjährigen Beobachtungen - nein nicht der Sterne, sondern der Aktienkurse - beruhen, ziehen wie eh und je ihre Linien durch die Charts.
    Der für den Jahreswechsel typischen Flaute an neuen Geräten stehen unzählige Meldungen über Aufträge, Kooperationen, Fusionen und auch Pleiten gegenüber. Viele Meldungen beschäftigen sich mit Personalreduktionen; andere mit schlechten Bilanzzahlen. Jubelmeldungen gibt es kaum noch - ausser vom Weihnachtsgeschäft, das dem Vernehmen nach geradezu sensationell gewesen sein muss, wenn man die vorhergehenden Hiobsbotschaften auch gelesen hat.
    Dennoch: 2009 wird ein spannendes Jahr. Ob es auch erfreulich wird? Unsere «Propheten» verheissen uns nichts Gutes - aber die haben ja noch vor kurzem auch für 2008 herrliche Zeiten prognostiziert.
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2008-12-21: MOBILE TIMES Weekly 0330
Nicht ganz glücklich sind lokale Anbieter von Glasfaser-Infrastrukturen mit dem von Swisscom als «fibre suisse» angekündigten Plan zur Vernetzung des Landes mit Glasfasern. Swisscom will Mehrfachfasern verlegen und für diese entweder eine Baukostenbeteiligung oder auch Miete kassieren. Die Stadt Zürich beschleunigt angesichts des Swisscom-Planes den eigenen Ausbau von Glasfasernetzen. Sowohl Swisscom als auch Zürich sind sich zwar einig darüber, dass zwei Netze nebeneinander nicht sinnvoll sind. Uneinig ist man sich aber darüber, was denn nun ein offener, nicht diskriminierender Zugang tatsächlich ist.
    Die Fernmeldestatistik des BAKOM für 2007 fördert Erstaunliches zu Tage: 67 % aller Telefonanschlüsse sind mobil, aber nur 47,8 Prozent aller Verbindungen werden von solchen Anschlüssen hergestellt. Und bei der Gesamtdauer der Verbindungen hinkt der Mobilfunk mit der nur 32,4 Prozent der Gesamtdauer gewaltig nach.
    Die ITU hat einen neuen HDTV-tauglichen Standard namens G.hn für die Heimvernetzung vorgestellt und Qualcomm stellte ein neues Konzept namens Kayak vor, das von den Ingenieuren des Chip-Giganten als Alternative zum PC beschrieben wird.
    Der Boom an Geräten für Weihnachten ist fast vorbei, was uns Gelegenheit gibt, ein wenig auch auf andere Neuheiten einzugehen. Weil Weihnachten kommt, haben wir uns intensiver als sonst dafür interessiert, welche neuen Spiele es für Handys gibt. Aber keine Angst - auch für den Profi gibt es interessante Software wie z. B. de Duden Rechtschreibung am BlackBerry oder ein neuer Anti-Virus für Windows Mobile.
    Allen Besucherinnen und Besuchern unserer Internetseiten wünschen wir ein friedvolles Weihnachtsfest und möglichst wenig Sorgen wegen der dräuenden Krise. Vielleicht kommt ohnehin alles nicht so schlimm...
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2008-12-12: MOBILE TIMES Weekly 0329
Die Übernahme von Tele2 durch Sunrise hat ja nun alle Hürden genommen. Die Marke bleibt in der Schweiz bis auf weiteres bestehen und auch die Mitarbeiter wurden in Absprache mit der Gewerkschaft Kommunikation übernommen. Gekostet hat die Übernahme laut Tele2 in Schweden ca. 50 Millionen Franken. Da Sunrise für das dritte Quartal ein EBITDA (Gewinn vor Steuern und Abschreibungen) von 329 Millionen Franken erzielte, dürfte die Finanzierung keine Probleme bereiten. Sunrise hat auch ohne Tele2 zugelegt und im Vergleich zum Vorjahr die Gesamtkundenzahl auf 2,34 Millionen gesteigert. Davon waren mehr als 1,6 Millionen Mobilfunkkunden. Die 491.000 Kunden von Tele2 sind da noch nicht berücksichtigt. Auch die Entbündelung kommt voran: Bis dato hat Sunrise 153 Ortszentralen mit einem eigenen Glasfaser-Breitbandnetz erschlossen und den Ausbau der Feinverteilung mit der Technologie ADSL2+ vorangetrieben.
    Inzwischen hat Swisscom Huawei als Lieferanten der künftigen optischen Transport-Plattform gewählt, die als Kernelement des künftigen All-IP-Netzes von strategischer Bedeutung ist. Nach Fertigstellung soll die Plattform an rund 1000 Standorten verfügbar sein.
    Parallel dazu hat Swisscom Partnerschaften zur Glasfaser-Vermarktung geschlossen. Die vier Partner sind VTX, green.ch, netstream sowie init7, die in einem ersten Schritt die neu errichtete Glasfaserinfrastruktur von Swisscom testen und Privatkunden und KMUs ihre eigenen Dienste anbieten.
    Bei green.ch durfte man sich darüber freuen, dass man im Oktober laut den Listen von Netcraft der zuverlässigsten Webhoster der Welt war. Immerhin konnte green.ch als einziger Hoster sämtliche von Netcraft in diesem Zeitraum ausgelösten Performance Stresstests einwandfrei und ohne Beanstandungen erfüllen.
    Weltweit läuft noch das Weihnachtsgeschäft. Wie gut oder schlecht es gelaufen ist, wird man erst am Heiligen Abend wissen. Was man aber jetzt schon weiss: Das Übernahmekarussell dreht sich offensichtlich immer schneller und auch bekannte Firmennamen könnten im Neuen Jahr völlig verschwinden. Die Hoffnung, durch Auswechseln von Führungspersonal den Trend nach unten zu stoppen, scheint man weitgehend aufgegeben zu haben, denn so wenige Jobwechsel wie dieses Mal hatten wir schon lange nicht mehr.
    Die Gründung der Symbian Foundation ist wieder einen Schritt näher gerückt, denn jetzt hat Nokia alle Anteile der bisherigen Symbian Ltd. erhalten. Ein kleiner Nebeneffekt ist, dass es momentan - ausser von Nokia - keine neuen Symbian-Geräte am Markt gibt. Die Alternativen scheinen dagegen Probleme zu haben, denn sowohl vom iPhone als auch vom Android-Handy werden Probleme gemeldet.
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2008-12-04: MOBILE TIMES Weekly 0328
Die Hoffnung auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft lässt die Neuheiten nur so auf uns herunter regnen. Neue Geräte und neue Tarife allenthalben. Ob das etwas nützt werden wir in vier Wochen sehen. Ganz so sicher scheinen die Unternehmen aber nicht zu sein, denn die Zahl der neu besetzten Positionen ist nicht unbeträchtlich. Interessant dabei, dass so mancher Gründer und langjährige Firmenchef beschlossen hat, sich nun doch in den Aufsichtsrat zurückzuziehen und das tägliche Geschäft anderen zu überlassen.
    Träumen vom Apple iPhone darf man, aber bevor die Sicherheitsbedenken ausgeräumt sind, die das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie entdeckt hat, sollte man bei geschäftlichen Einsätzen vorsichtig sein. Ähnliches gilt, wenn man Meldungen aus den USA glauben darf, auch für das Android-Handy.
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2008-11-25: MOBILE TIMES Weekly 0327
Mit Hyundai Mobile tritt ein neuer Player auf den europäischen Markt, der gar nicht aus Korea, sondern aus Wien kommt. Anders als bisherige Neugründungen von Handyfirmen ist Hyundai Mobile die Tochterfirma eines grossen und traditionsreichen österreichischen Handelshauses. In Russland hat mit Yota der erste Mobilfunkbetreiber, der auf mobiles WiMAX setzt, in Moskau und St. Petersburg mit Handys von HTC den Betrieb aufgenommen. Überhaupt ist die Fülle neuer Geräte enorm. Bei Sony Ericsson kommt jetzt nicht nur ein neuer Walkman und ein neues Cyber-shot, sondern auch das seit Jahresbeginn erwartetet Modell Xperia X1 mit Windows Mobile auf den Markt. Parallel zu den vielen Handyneuheiten beginnen die Netzbetreiber mit einer Notebook-Offensive, um so vielleicht den Durchbruch des mobilen Internets doch noch zu erzwingen, bevor die Wirtschaftskrise alles verschlingt.
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