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Was gibt es Neues?
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2008-10-30: MOBILE TIMES Weekly 0326
Wenn sich auch andere Länder als Umweltmusterländer bezeichnen, so braucht sich die Schweiz in Wahrheit gar nicht zu verstecken: So wurde die Swisscom jetzt für ihr Umwelt-Engagement am Broadband World Forum Europe mit dem InfoVision Award in der Umwelt-Kategorie «Go Green» ausgezeichnet, weil die führenden Schweizer Telekommunikationsanbieterin durch eine Innovation den Energiebedarf für die Kühlung um 90 Prozent oder 45 GWh pro Jahr reduzieren kann und so zur Senkung des Stromverbrauchs in den Telefonzentralen beiträgt. 45 GWh entsprechen ungefähr dem jährlichen Stromverbrauch aller privaten Haushalte Liechtensteins.
    DVB-T ist auch in der Schweiz weiter auf dem Vormarsch. Momentan führt das BAKOM Konsultation für digitales terrestrisches Fernsehen für DVB-T Oberwallis und Graubünden. Die neuen DVB-T-Konzessionen sollen im Frühling 2009 erteilt, denn die zwei aktuellen Funkkonzessionen für den Betrieb von TV-Sendernetzen im Oberwallis und in Graubünden sind nur noch bis zum 31. März 2009 gültig.
    Sony Ericsson hat Gerüchte, dass man das Portfolio straffen, also reduzieren, will, bestätigt, gleichzeitig aber eine Fülle neuer Produkte auf den Markt gebracht. Die Erklärung wird wohl in der Entwicklungsdauer von Geräten liegen, denn hat man die Kosten der Entwicklung einmal getragen, bringt man das Gerät auch auf den Markt. Andere Hersteller haben in letzter Zeit weit weniger Geräte vorgestellt. Besonders auffällig war, dass während der Symbian Smartphone Show in London lediglich Samsung ein neues Gerät vorstellte.
    Der weltweite Abschwung wird auch vor den Handyherstellern nicht halt machen. Zwar erwartet man für 2008 noch ein Wachstum, aber schon 2009 könnte es erstmals zu einem Rückgang kommen.
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2008-10-20: MOBILE TIMES Weekly 0325
Die Börsenkrise hat nun wohl alles im Griff und wenn unsere Politiker nicht aufpassen, dann wird wohl eine veritable Wirtschaftskrise daraus. Eine Minderheit hat immer die Ansicht vertreten, dass ein dauerndes Wachstum nicht möglich ist, weil dafür einfach die unbeschränkten Ressourcen fehlen. In der Krise werden diese Stimmen mehr Gehör finden, aber sobald die Krise - aus welchem Grund auch immer - vorbei ist, werden die Wachstumsprediger wieder die Mehrheit bilden.
    Die ITK-Branche sollte jetzt auch lernen mit einer schrumpfenden Wirtschaft zu leben. Bei genauer Betrachtung der tatsächlichen Vorgehensweise findet man aber, dass das Geschäft meist wie bisher betrieben wird: Durch niedrigere Preise der Konkurrenz Kunden abjagen und damit Marktanteile gewinnen. Dieses Gewinnen von Marktanteilen hat in Zeiten der Hochkonjunktur einen guten Grund: Wer schneller wächst und mehr Kunden hat, dessen Aktien sind mehr wert und der bekommt daher bei den Banken leichter Kredite, um weiteres Wachstum zu finanzieren. Bloss wächst momentan nichts - ausser dem Frust der Börsianer, weil die Regierungen nur mit Milliarden und nicht mit Billionen helfen. Die Milliarden müssen die Bürger der Staaten, deren Regierungen solche Hilfspakte geschnürt haben, in Zukunft entweder durch höhere Steuern oder durch geringere Leistungen des Staates bei gleichen Steuern aufbringen.
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2008-10-06: MOBILE TIMES Weekly 0324
Das lange erwartete Google-Handy wurde, wie angekündigt, endlich vorgestellt. Ab 22.Oktober dürfen es US-Kunden von T-Mobile schon kaufen und ab November auch britische Kunden der Deutschen Telekom. Länder ohne T-Mobile müssen mindestens drei Monate warten, denn so lange hat der deutsche Mobilfunkkonzern ein Exklusivrecht auf das G-Handy.
    Tele2 hat für die Schweiz Konsequenzen gezogen. Das hatte sich schon im Sommer angedeutet (siehe auch MOBILE TIMES Weekly 0319), denn damals erklärte man in Stockholm anlässlich der Halbjahresbilanz, dass man Marketing und Ausbau des Mobilfunknetzes stoppe und seine Optionen prüfe. Nun hat man das ganze Unternehmen in der Schweiz an Sunrise verkauft. Die Zustimmung der Weko dazu erhofft man sich bald.
    Für viele, die Radio und Fernsehen nur mehr im Internet bzw. am Handy nutzen, wird interessant, was aus der parlamentarischen Initiative von Natalie Rickli (SVP/ZH) im Nationalrat wird, in dem sie fordert, dass es keine Radio- und TV-Gebühren für Internet und Handy geben solle. Diese Gebühren sind ja eine Neuheit und werden erst seit dem 1. September auf Grund der Revision des Radio- und Fernsehgesetzes 2006 eingehoben. Die Initiative wurde am 29. September eingereicht und im Plenum noch nicht behandelt.
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2008-09-23: MOBILE TIMES Weekly 0323
Jetzt ist das Google-Phone tatsächlich da: Als T-Mobile G1 wurde das von HTC produzierte Gerät in New York vorgestellt und die Amerikaner können das Smartphone mit Android bereits ab 22. Oktober kaufen. Nach Europa dürfte es heuer auch bei T-Mobile nicht kommen und wann es andere Netzbetreiber verkaufen dürfen, steht in den Sternen.
    Seitens T-Mobile erklärte man bei der Präsentation, dass für den Durchbruch des mobilen Internets die passenden Endgeräte gefehlt hätten. Eine seltsame Erklärung, denn das neuen Android-Handy sieht einer Reihe von HTC-Geräten, die es schon bisher gab, durchaus ähnlich und auch Nokia hatte mit der Serie Communicator ein Gerät, mit dem man im Internet surfen konnte. Den Durchbruch verhindert haben bisher die Tarife der Netzbetreiber und an denen kann auch Google nichts ändern.
    Wenn die europäische Union ihr geplantes Vorhaben umsetzt und die Roamingpreise so weit absenkt, dass innerhalb der EU Gespräche, SMS und Datenübertragung gleich viel kosten wie im Heimatland, wird die «Bürokratie» in Brüssel wieder einen Erfolg für die Verbraucher erzielt haben, der in der Union mehr oder weniger sofort, in Ländern, die nicht der Union angehören, wie Schweiz und Liechtenstein, mit Verzögerung wirksam wird. Konsumentenschützer wird das freuen, Anhänger der freien Marktwirtschaft und natürlich die Mobilfunkunternehmen wird das weniger freuen. Fraglich ist ja auch, wie sich die Senkungen auswirken. Bisher nützten die Betreiber in den Alpenländern die hohen Roamingeinnahmen durchaus unterschiedlich. In Österreich wurde das Geld der Ausländer dazu genutzt, im europäischen Vergleich sehr niedrige Inlandstarife anzubieten, während in der Schweiz, wo mit Swisscom nach wie vor ein dominanter Marktführer vorhanden ist, zur Erhaltung der Gewinne. Diese Gewinne fliessen aber weitgehend in den Staatshaushalt, was wieder niedrigere Steuern ermöglicht...
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2008-09-09: MOBILE TIMES Weekly 0321
Eine vom Eidgenössisches Departement des Innern und dem Bundesamt für Statistik veröffentlichte «Befragung der Motorfahrzeuglenkenden 2008» zeigt, dass man in der Schweiz das Handyverbot beim Lenken weitgehend ignoriert und bestenfalls für ein Kavaliersdelikt hält.
    Gemeinsam mit anderen interessierten Parteien ist Sunrise der Meinung, dass es ein Fehler gewesen sei, bei der letzten Revision des Fernmelderechts die ex ante Regulierung vor dem Hintergrund des Infrastrukturwettbewerbs zwischen Cablecom und Swisscom zu verwerfen, denn dieser Wettbewerb habe sich - so Sunrise - als ungenügend erwiesen.
    Weltweit strebt alles nach einer einheitlichen Handy-Plattform. Die grossen Anbieter Ericsson und STMiceroelectronics legen jetzt das Geschäft für Mobilfunkplattformen in einem Joint Venture zusammen. Sie wollen damit erreichen, dass das neue Unternehmen rund 80 % des Weltmarktes für Mobilfunkplattformen abdeckt. Schon jetzt beziehen LG, Nokia, Samsung, Sharp und Sony Ericsson bei den beiden Mutterunternehmen des künftigen Gemeinschaftsunternehmens ihre Plattformen. Das erste Android-Handy steht vor der Tür, Samsung startet mit dem OMNIA eine neue Familie und Leute über 30 wissen - wenigstens in den USA - mit den vielen Features am Handy wenig anzufangen.
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2008-08-19: MOBILE TIMES Weekly 0320
Irgendwie hat man bei den Zwischenberichten der Netzbetreiber diesmal das Gefühl, dass alle recht zufrieden sind. Aber das ist eigentlich keine Wunder, denn alle berichten über steigende Teilnehmerzahlen.
    Das nationale Glasfasernetz, dass Swisscom vor einiger Zeit angedacht hat, könnte schneller als erwartet als Summe der Teilnetze der Elektrizitätsversorger kommen. Die Zahl und Dichte der diesbezüglichen Meldungen lässt das jedenfalls möglich erscheinen.
    Sommerzeit ist Gerüchtezeit. So berichteten renommierte Finanzmagazine, dass HTC Probleme habe, das angekündigte Android-Handy noch heuer auf den Markt zu bringen. So dicht waren die Gerüchte, dass HTC, sonst eher zurückhaltend, diese Gerüchte in einer eigenen Erklärung ausdrücklich als «Falschmeldung» bezeichnete und weiter «mit Spannung den Launch des ersten Android-basierten Gerätes im 4. Quartal» erwartet.
    Dem Apple iPhone 3G hingegen sagt man 3G-Verbindungsprobleme nach. Vordergründig ist natürlich Apple und hintergründig das Chipset schuld. Die Frage, ob es nicht doch auch am Netz liegen kann, stellt niemand - weil andere Handys in unserem 3G-Netz ja auch funktionieren. Dass praktisch jedes 3G-Handy für jedes 3G-Netz zertifiziert werden muss und die Funktion in fremden Netzen entweder Zufall oder - dank GSM - 2G ist, wird nirgends erwähnt.
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2008-08-05: MOBILE TIMES Weekly 0319
Die Konkurrenten der Swisscom stürzen sich geradezu auf die Glasfaserangebote der Städte. So hat Sunrise eine Partnerschaft mit openaxs, dem Verband der Schweizer Elektrizitätsversorgungsunternehmen zur Förderung von offenen Breitbandnetzen, geschlossen und will openaxs bei den Plänen für den Aufbau von Glasfasernetzen seiner Mitglieder für Telekomdienstleistungen unterstützen. Orange hat - nach der Vereinbarung mit der ewz in Zürich nun auch ein Abkommen mit SIG (Services Industriels de Genève), den Genfer Stadtwerken, geschlossen, um deren Glasfasernetz zu nutzen.
    Parallel dazu verhandelte Sunrise mit Swisscom über die Nutzungsbedingungen von Mietleitungen, hat aber kein befriedigendes Ergebnis erzielt. Sunrise geht mit den Streitfragen jetzt zur ComCom und folgt damit anderen, vor allem auf Geschäftskunden spezialisierten Anbietern, die sich bereits zu Jahresbeginn für das gleiche Vorgehen entschieden.
    Wer einen Autohalter identifizieren will oder muss, der konnte das bisher im Autoindex nachschlagen, wenn er das Buch greifbar hatte oder musste beim jeweiligen Kantonalen Strassenverkehrsamt via Telefon oder Brief anfragen. Für Autokennzeichen aus Basel Land, Luzern, Neuenburg, Nidwalden, Obwalden, dem Tessin, dem Wallis und Zug bekommt man die Auskunft jetzt um 80 Rappen auch per SMS von Autoindex966 um 80 Rappen. Andere Kantone sollen bald folgen.
    Während das Apple iPhone unter Lieferschwierigkeiten zu leiden hat, kommt die Konkurrenz immer mehr in Fahrt und stellt der Reihe nach ihrer Alternativen vor. Derzeit hoch im Kurs ist das HTC Touch Diamond, das man aber nicht «anstatt» betrachten sollte, sondern als eine eigenständige Kreation mit zahlreichen interessanten Ideen. Sony Ericsson nutzt die bei anderen Herstellern entstandene Sommerpause, um nicht nur angekündigte Geräte auf den Markt zu bringen, sondern auch, um neue vorzustellen. Das wohl auch in der Hoffnung, den leichten Rückschlag im zweiten Quartal wieder ausgleichen zu können.
    Orange informiert folgendermassen: «Aufgrund der sehr grossen Nachfrage ist das neue iPhone 3G momentan leider nicht lieferbar. Wenn Sie Ihre Bestellung jetzt aufgeben, werden Sie ihr iPhone in den nächsten 3 bis 6 Wochen erhalten. Die Lieferfrist ist abhängig vom gewählten iPhone Modell» und bei Swisscom heisst es, dass man wöchentlich kleinere Lieferungen erhalte, das iPhone aber dennoch nicht überall lieferbar sei. «Reservationen werden prioritär behandelt und erfolgen in der Reihenfolge der Bestellungen».
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2008-07-21: MOBILE TIMES Weekly 0318
Das BAKOM musste bei seinem alljährlichen Vergleich des Telekommunikationsmarktes Schweiz mit dem der EU wieder einmal feststellen, dass die Marktdurchdringung mit Mobilfunk in der Schweiz nach wie unterdurchschnittlich, dafür die Preise im internationalen Vergleich weiterhin hoch sind. Erfreulicher sieht es im Festnetz aus, wo die Schweiz laut BAKOM bei den Preisen keine Vergleiche scheuen muss. Auslandgespräche in der Schweiz seien sogar äusserst niedrig.
    Dafür hat das BAKOM auch mitgeteilt, dass künftig auch dann Empfangsgebühren für TV und Radio fällig werden, wenn man sich kostenlos bei einem Internet TV-Anbieter zwecks Fernsehempfang (z. B. Netstream, Zattoo) registriert. Neu ist auch, dass sich Unternehmen von der Zahlungspflicht befreien können, wenn sie mit einer betriebsinternen Weisung den Programmempfang verbieten. Bisher mussten sie das mit einer «einer informatiktechnischen Lösung» realisieren. Frei bleibt nur mehr der Empfang von Fernsehprogrammen mittels Streaming. Begründet wird dies damit, dass die Empfangsqualität mit der von traditionellen Empfangsgeräten nicht vergleichbar ist. Sollte die Qualität von Streaming besser werden, könnte es also auch gebührenpflichtig werden. Ein interessantes Problem für die Anbieter von TV via Streaming!
    Sunrise hat eine strategische Partnerschaft mit ewz für ewz.zürinet geschlossen und das «Open Access» Modell der ewz quasi als Muster einer Lösung bezeichnet, weil eine schweizweite Erschliessung des Endkunden mit einer mehrfachen Glasfaserinfrastruktur volkswirtschaftlich nicht sinnvoll wäre.
    Die Verzeichnisportale local.ch und directories.ch bieten jetzt aktuelle Luftaufnahmen von Basel, Freiburg, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern, Schaffhausen, St. Gallen und Zürich mit einer Bodenauflösung von 25 cm an. Bis 2010 sollen von der ganzen Schweiz Digitalbilder in dieser Qualität von swisstopo zur Verfügung stehen.
    Weltweit will Orange mit einem neuen Leitbild und einer Markenkampagne den Ruf des Unternehmens weiter verbessern. Satellitenbetreiber Thuraya hat den dritten Satelliten übernommen und kann jetzt sein Versorgungsgebiet bis nach Australien ausdehnen. NAVTEQ gehört endgültig Nokia womit beide grossen Anbieter digitaler Karten ihre Selbständigkeit verloren haben, denn Tele Atlas ist ja schon früher von TomTom übernommen worden. Erstaunlich: Handybesitzer halten Recycling für einen wichtigen Beitrag zu einer bessern Umwelt, recyceln aber ihre alten Handys kaum.
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2008-07-08: MOBILE TIMES Weekly 0317
Die Aufarbeitung der Fussball Europameisterschaft stand für die beteiligten Unternehmen an erster Stelle. Sowohl Swisscom als auch Telekom Austria jubelten über ihre Leistungen. Auch der neue Digitalfunk der österreichischen Behörden gab eine Erfolgsmeldung ab. Selbst Stromversorger mussten aus gutem Grund informieren, dass «der Fehler» nicht bei ihnen lag.
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2008-06-23: MOBILE TIMES Weekly 0316
Wenn ein Bericht der Sonntagszeitung so richtig ist, will Swisscom-CEO Carsten Schloter in den kommenden fünf Jahren acht Milliarden Franken für ein Glasfasernetz ausgeben. In den Trassen soll auch ein Kanal für die Konkurrenz geplant sein, den Swisscom vermieten will.
    Konkurrent Tele2 hat dagegen den Ausbau des Mobilfunknetzes in der Schweiz auf Eis gelegt, weil man - bevor man noch mehr Geld ausgibt - prüfen will, ob sich das Mobilfunkgeschäft für Tele2 in der Schweiz in Zukunft noch lohnt. Wenn Tele2 mit Mobilfunk in der Schweiz kein Geld machen kann, dann wohl auch anderswo nicht. Schliesslich sind hierzulande die Mobilfunkpreise doch noch deutlich höher als anderswo. Aber vielleicht ahmt Tele2 Schweiz die Schwestergesellschaft in Österreich nach, die ihren Mobilfunkbereich an die dortige Telekom verkauft hat. Jetzt steht nach Gerüchten auch der Festnetzteil von Tele2 in Österreich zum Verkauf.
    Interessant ist die Angst der Open Source Vertreter vor dem neuen Preisüberwacher Stefan Meierhans, weil der ja bisher bei Microsoft gearbeitet hat. Dazu kommt, dass Meierhans der erste vollamtliche Preisüberwacher ist und zudem nicht aus dem Nationalrat kommt. Die politische Historie des neuen Preiswächters lässt aber vermuten, dass er durchaus zwischen Beruf und Politik unterscheiden kann, wenngleich sein letzter Job eher eine Vermischung von beidem darstellte, denn als «Corporate Affairs & Citizenship Lead» war ja das seine Aufgabe.
    Das iPhone wird nie mehr das sein, was es anfangs war: T-Mobile Deutschland bietet das Kultmodell zum gleichen Preis wie so genannte Wegwerfhandys an: ab einem Euro ist man dabei. Damit wird das iPhone in den Augen der Kunden zu einem anderen Wegwerfprodukt, wie es schon eine Menge andere gibt. Für den Netzbetreiber - andere werden sicher folgen - ist das aber ein Weg, um mehr Datenumsätze zu generieren.
    Sony Ericsson hat eine breite Palette an Neuheiten vorgestellt. Darunter überraschend ein USB-Modem mit integriertem GPS. Mindestens ebenso überraschend war aber das Fehlen der lange erwarteten neuen Symbian-Modelle.
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2008-06-16: MOBILE TIMES Weekly 0315
Apple hat also jetzt doch ein iPhone mit UMTS vorgestellt und offensichtlich kann es fast jeder Netzbetreiber der es haben will, haben. In der Schweiz werden es zunächst Orange und Swisscom anbieten. Weltweit soll das iPhone 3G am 11. Juli auf den Markt kommen. Für Endkunden interessant ist, dass das iPhone jetzt subventioniert werden darf. Das heisst, dass Angebote kommen werden, die durchaus erschwinglich sind und man den eigentlichen Kaufpreis während der Vertragslaufzeit mit der monatlichen Grundgebühr abbezahlt.
    Die Euphorie der Netzbetreiber wird vom Markt bisher nur mässig geteilt, denn nach unseren internen Marktbeobachtungen hatte Apple im Startquartal 3/2007 einen Weltmarktanteil von unter 0,5 Prozent, der dann im Weihnachtsquartal bis auf etwa 0,7 Prozent anstieg um im ersten Quartal 2008 wieder auf 0,5 Prozent zu fallen.
    BLICK-Leser und -Leserinnen brauchen nicht mehr neidisch nach Norden blicken, wo die BILD längst am Handy zu finden ist, denn auch der BLICK kommt jetzt aufs Handy und auf den ersten Blick sieht der BLICK am Handy genau so aus, wie der auf Papier. Im Sommer will BLICK auch noch Videos anbieten und Handy-Votings veranstalten. Der Mobile-Blick ist gratis, allerdings fallen Übertragungskosten an, die vom eigenen Mobilfunkabo abhängig sind.
    Das schweizerische Glasfasernetz existiert noch nicht. Natürlich gibt es eine ganze Reihe von Glasfaserinfrastrukturen aber eben kein gesamtschweizerisches System. Da es keine staatliche Telekom im klassischen Sinn mehr gibt, muss die Errichtung wohl von den am Markt agierenden Unternehmen gemeinsam in Angriff genommen werden. Ein erstes Gespräch mit zwölf Chefs solcher Unternehmen fand vergangene Woche auf Initiative der Eidg. Kommunikationskommission (ComCom) statt. Laut ComCom hätten die Gespräche in einem konstruktiven Klima stattgefunden. Nun müssten ComCom und BAKOM (Bundesamt für Kommunikation) einzelne Punkte bilateral mit den Marktakteuren weiter diskutieren.
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2008-06-09: MOBILE TIMES Weekly 0314
Angesichts der EURO '08 ist es kaum aufgefallen, dass die Orbit-iEX in Zürich nur mehr 16.880 Besucher hatte. Wer erinnert sich auch noch daran, dass man noch vor wenigen Jahren gehofft hatte, aus der Orbit in Basel die europäische COMDEX zu machen? Aber da ja auch die COMDEX selbst Geschichte ist, freut man sich, dass die Orbit-iEX nur knapp 200 Besucher verloren hat.
    Die EURO '08 erinnert wieder einmal daran, dass die Schweiz in vielen Bereichen ein Hochpreisland ist - und da gehört auch der Mobilfunk dazu. Hatte erst Ende Mai die heimische comparis.ch Handy-Anrufe im Ausland für Schweizer Kunden als «unverschämt teuer» bezeichnet, so warnte kurz vor der EURO '08 das deutsche Internetportal handytarife.de. vor der «Kostenfalle Schweiz», von wo Anrufe nach Deutschland doppelt so teuer sein können als aus Österreich. Und das ebenfalls deutsche Portal teltarif.de wusste zu berichten, dass Deutsche in Österreich um maximal 58 Cent pro Minute nach Hause telefonieren, während das in der Schweiz noch bis zu 1,53 Euro pro Minute kosten könne.
    Swisscom arbeitet mit Zattoo bei Online-Fernsehen zusammen, was VDSL-Kunden der Marktführerin ermöglicht, die 20 beliebtesten der mehr als 70 frei verfügbaren Zattoo TV-Sender in besserer Qualität (HiQ) kostenlos empfangen zu können.
    Für Mobilfunkkunden nahm Swisscom ihre neue mobile TV Infrastruktur in Betrieb, die es ermöglicht relativ hohe Video- und Audioqualität auch über GPRS zu «streamen».
    Die EURO '08 selbst ja hat nicht so gut begonnen, wie gehofft. Über den Start mit einer als unverdient empfundenen Niederlage tröstet auch nicht hinweg, dass es dem Partnerland Österreich genau so erging. Es tröstet zwar nicht, aber es lenkt vielleicht ab: Das Angebot neuer Handys beginnt wieder zu rollen.
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2008-06-02: MOBILE TIMES Weekly 0313
Mit der EURO '08 vor der Tür konzentriert sich die Aufmerksamkeit weniger auf das Handy, dafür mehr auf das Fernsehen. Nach wie vor gibt es die beiden Seiten: Eine Seite setzt auf normales freies Digitalfernsehen am Handy und die andere erwartet durch das spezielle Handyfernsehen DVB-H eine zusätzliche Einnahmequelle.
    Während in Österreich zwei Netzbetreiber jubeln, dass es zur EURO '08 DVB-H geben wird, warten wir hierzulande noch gespannt, ob es NEC in der kurzen Zeit schafft, ein Netz auf die Beine zu stellen. Andererseits gibt es europaweit bereits gewichtige Stimmen - Vodafone ist eine solche -, die das Handy-TV für gescheitert halten. Beim Blick nach Osten kann man durchaus erkennen warum: Der ORF bringt zwar ORF 1 und ORF 2 auch via DVB-H, aber es ist das unveränderte Programm, dass als DVB-T kostenfrei auf jedem digitalen Fernseher empfangen werden kann. Abgesehen von verschiedenen anderen Gründen erklärt das wohl auch, warum in Österreich zwar die kleinen Netzbetreiber DVB-H anbieten, die grossen aber lieber Endgeräte mit DVB-T. Wenn es also bis zur EURO '08 mit DVB-H nicht mehr ganz klappt, dann gibt es ja immer noch DVB-T...
    Eine interessante Idee, wie man digitale Musik vor Raubkopierern schützt, ohne rechtmässige Käufer an der legitimen Nutzung zu hindern, hat das Fraunhofer SIT vorgeschlagen: Digitale Wasserzeichen. Bei illegalen Downloadbörsen kann man so ganz leicht feststellen, wo die Quelle des Musikstückes ist und der normale Nutzer merkt überhaupt nichts und braucht auch keine speziellen Installationen, um gekaufte Musik zu hören. Die Abschaltung irgendwelcher DRM-Server macht dann auch nichts mehr, denn man kann sich ja jederzeit für den Eigengebrauch eine Sicherheitskopie (oder mehrere) anfertigen.
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2008-05-26: MOBILE TIMES Weekly 0311
Die EURO '08 steht vor der Tür und Handy-TV soll zumindest in den vier Austragungsorten verfügbar sein. Es gibt aber inzwischen auch Handys, mit denen das «normale» digitale Fernsehen - ohne zusätzliche Netzbetreiber-Gebühren - empfangen werden kann. Es wird interessant sein, wie sich die Anwender entscheiden.
    Wer in den Hochgeschwindigkeitszügen von Thalys in Europa unterwegs ist, braucht auch bei 300 km/h nicht mehr auf eine Internetverbindung zu verzichten; eine Kombination von Satellit, UMTS und Wi-Fi macht es möglich.
    Aufpassen heisst es jetzt für alle, die beruflich oder privat ins Ausland fahren und dort ihr Handy nutzen wollen. Die Roamingtarife wurden zwar durch den Druck der EU-Kommission gesenkt, aber bei den Netzbetreibern gibt es meist noch zusätzliche Vergünstigungen, die man aber extra bestellen muss. Dabei sollte man auch beachten - zumindest wenn die Vergünstigungen kostenpflichtig sind - dass man sie auch wieder abmelden muss. Sonst sitzt man im nächsten Winter womöglich daheim hinter dem warmen Ofen und zahlt für reduzierte Roamingkosten, die man gar nicht nutzt.
    Sogar Nordkorea hat jetzt ein 3G-Netz, zumindest meldet das 3G-Lizenzinhaber Orascom aus Ägypten. Rein theoretisch gab es in Nordkorea unter der Bezeichnung «SUN NET» ja schon seit 2003 ein GSM-Netz, das aber keine Teilnehmer hat, weil man nach kurzem Betrieb die Handys in Privatbesitz wieder eingesammelt hat.
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2008-05-19: MOBILE TIMES Weekly 0310
Die Quartalsberichte der Schweizer Netzbetreiber zeigen durchwegs steigende Kundenzahlen, auch wenn man nach Segmenten durchaus unterschiedliche Entwicklungen, die durchaus auch negativ sein können, beobachtet.
    Für die bevorstehende EURO '08 hat sich Swisscom gemeinsam mit der SBB ein interessantes Paket einfallen lassen, dass man ausländischen Gästen durchaus empfehlen kann und ebenfalls zur EURO '08 will NEC mit dem DVB-H-Netz in den vier Städten fertig sein.
    Die Exklusivität für einzelne Netzbetreiber scheint bei Apple nun vorbei. Sowohl Vodafone als auch Orange haben inzwischen fast weltumspannende Verträge für den Vertrieb des Kulthandys - allerdings nur in eigenen Netzen. Das heisst, dass Orange wohl auf das iPhone zugreifen kann, während es für Swisscom und Sunrise wahrscheinlich noch ein wenig warten heisst.
    Der Kampf von Microsoft um Yahoo scheint nun doch noch nicht zu Ende, denn Microsoft redet wieder mit Yahoo. Wie erwartet sitzt Investor Carl Icahn dem Yahoo-Management im Nacken, das jetzt durchaus für Gespräche mit Microsoft offen ist.
    Abgesehen von diesen eher wirtschaftlichen Meldungen, gab es in letzter Zeit auch einige wissenschaftliche Sensationen. So hat man in den HP Labs den seit fast 40 Jahren theoretisch vorausgesagten Memristor realisiert. Die praktischen Möglichkeiten dieses vierten Elektronikbauteils (neben Widerstand, Kondensator/Kapazität und Spule/Induktivität) sind noch gar nicht abzuschätzen. Gut abzuschätzen ist aber, dass die Lithium-Ionen-Batterie mit nicht brennbarem Elektrolyten - entwickelt von einem Fraunhofer Institut - die Angst vor explodierenden Handys stark reduzieren wird.
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2008-05-05: MOBILE TIMES Weekly 0309
Dass die Fussball-Europameisterschaft vor der Tür steht, kann man auch in unserer Branche erkennen. Netzbetreiber versuchen einerseits den maximalen Werbewert aus der EURO '08 zu holen und andererseits dem geliebten Kunden möglichst viele Services zur Veranstaltung zu verkaufen. Spezielle Euro-Handys werden zwar nicht angeboten, aber z. B. T-Mobile und Vodafone in Deutschland beeilten sich, DVB-T-Handys auf den Markt zu bringen - was mittelfristig durchaus kontraproduktiv sein könnte, denn warum soll man sich später ein DVB-H-Handy zulegen, mit dem man (fast) nur kostenpflichtige Dienste empfangen kann, während das DVB-T-Handy das ganz normale TV-Programm auch unterwegs empfangbar macht? Auch die Navigationsspezialisten haben sich aufgemacht, um sich zur EURO '08 zu plazieren. Das reicht von kostenlosen Downloads bis zu speziellen Editionen von Navigationsgeräten. Seltsam ist nur, dass man auf der Strasse kaum etwas davon merkt, dass demnächst die EURO '08 beginnt. Wahrscheinlich haben die Menschen andere Sorgen...
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